Quelle: "deine-Gesundheit.net" u.a.

Abgeleitet wird der Begriff Faszien von dem lateinischen Wort „fascia“, was so viel wie Bandage oder Band bedeutet.

Im Groben gesagt handelt es sich bei Faszien um eine Art des Bindegewebes. Ihre Struktur gleicht der eines Netzes. Die einzelnen Stränge sind reißfest und elastisch. Sie bestehen aus Proteinfasern – in diesem Falle aus Kollagen und Elastin – und Wasser. So gut wie alle Muskeln, Knochen, Sehnen, die Organe und sogar das Gehirn und das Rückenmark werden von diesem Netz umgeben und verkapselt. Es ist verantwortlich für das Zusammenarbeiten von den unterschiedlichen Muskelpartien und sorgt für Beweglichkeit, Stabilität und ein reibungsloses Zusammenspiel unseres gesamten Körpers.

 

Die Faszien sind übersät von unzähligen Rezeptoren und Nervenenden, welche sowohl Bewegungen als auch Schmerzreize mit Hilfe des vegetativen Nervensystems an das Gehirn weiterleiten. Das hat unser Fasziengeflecht in den vergangenen Jahren auf dieselbe Stufe mit unseren wichtigsten Sinnesorganen katapultiert. Gerade aufgrund der Informationen zum Schmerzempfinden kommt das Gewebe bei Rücken- und Bewegungsschmerzen ins Spiel.

 

Sogar für die Abwehrfunktion unseres Körpers spielen Faszien eine maßgebliche Rolle. Das unsere Organe umgebene Netz schützt nicht nur vor gesundheitsschädlichen Fremdkörpern, sondern beinhaltet zudem abwehrende Zellen – sogenannte Fresszellen – unseres Immunsystems. Haben Mediziner in Zeiten mangelnder Forschungsergebnisse Rücken- und Muskelschmerzen oder banale Infekte auf Probleme mit der Abwehr oder des Bewegungsapparates zurückgeführt, gelten heutzutage die Faszien als bedeutsamer Faktor in der Betrachtung gesundheitlicher Probleme.

Unter welchen Umständen können Faszien Schmerzen verursachen?

Schnell war noch vor einiger Zeit von Überbelastung der Muskeln, eingeklemmten Nerven oder Bandscheibenproblemen die Rede, wenn Patienten über Rücken- oder Skelettschmerzen klagten.

 

Heute weiß man, dass diese Beschwerden von dem Fasziengeflecht im Körper ausgehen können. Wie bereits kurz zusammengefasst, sind Faszien angefüllt mit einer Vielzahl von Rezeptoren für die Weiterleitung von Schmerzreizen. Sind die feinen Faszienstränge also verletzt, verklebt oder verhärtet äußert sich dies als körperliche Beschwerde.

Ursachen von verklebtem Fasziengewebe

Verklebte Faszienstränge vergleicht man bildlich am besten mit zarten Fäden, welche durch klebendes Material zusammenhaften. Die Flexibilität geht verloren, die einzelnen Fasern können sich nicht mehr problemlos dehnen – es kommt zur Einschränkung in der Beweglichkeit.

 

Genauso verhält es sich, wenn die Faszien verklebt sind. Die empfindlichen Nerven auf dem Geflecht werden gequetscht und als Schmerzreiz wahrgenommen. Die Hauptursache für verklebte Faszien ist vor allem der Mangel an Bewegung. Aus ihm resultiert ein verminderter Fluss der Lymphflüssigkeit, welcher unter anderem verantwortlich für den Transport von Nährstoffen und den Ablauf von Schadstoffen ist. Die Faszien sind nicht mehr ausreichend versorgt und verkleben. Es kommt zu Schmerzen der betroffenen Körperteile. Doch nicht nur mangelhafte Bewegung führt zur Verklebung. Ebenso können Überbelastungen einzelner Muskelpartien schuld an dieser Situation sein.



Ursachen von verhärtetem Fasziengewebe

Verhärtete Faszien resultieren in erster Linie aus dem Verlust an Flüssigkeit. Da das Geflecht zu einem großen Teil aus Wasser besteht, macht sich ein verminderter Anteil dieses Bestandteils deutlich bemerkbar. Die Fasern verhärten sich, werden filzig und können sich zu einem festen Knoten verbinden. Zwangsläufig kommt es zur Einschränkung in der Mobilität, Verspannungen und Verhärtungen ganzer Körperpartien. Dieses Ergebnis tritt speziell im fortgeschrittenen Alter auf.

Ursachen von verletztem Fasziengewebe

Ein Symptom für die Verletzung des Fasziengewebes ist der, uns allen bekannte, Muskelkater. Der unangenehme Schmerz ist auf die Überbelastung unserer Muskeln und Sehnen zurückzuführen. Die einzelnen Faszienstränge werden in diesem Fall überdehnt oder sogar zerrissen. Es kommt zu Entzündungen, welche die berühmt berüchtigten Beschwerden verursachen. Neben diesen typischen Leiden können auch äußerliche Einflüsse, wie Schnittwunden, Prellungen oder Verstauchungen zu einem Trauma der Faszien führen. Knochenbrüche zerstören ebenfalls die Faszienschicht und lösen Schäden im Gewebe aus. 

 

Neben diesen drei Hauptfaktoren für die Beeinflussung der Faszien kann auch Stress zu Einschränkungen in deren Funktion führen. Phasen enormer psychischer Belastung lösen eine überdurchschnittliche Ausschüttung von Stresshormonen aus. Das verursacht die übermäßige und dauerhafte Anspannung unserer Faszien und führt im Umkehrschluss zu deren Überbelastung und Verhärtung.



Wie kann das Faszientraining diesen Ursachen entgegenwirken?

Gesunde Faszien sind eine wichtige Grundlage eines gut funktionierenden Bewegungsapparates. Die vorher beschriebenen Ursachen können die Funktion dieses elementaren Geflechts einschränken oder gar ausschalten. Grund genug, diese negativen Quellen zu minimieren und damit möglichen Problemen vorzubeugen. 

 

Wie für viele gesundheitliche Faktoren ist auch für beschwerdefreie Faszien ein gesunder Lebensstil unerlässlich. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung sollten zu den Grundsäulen dieser Lebensweise zählen. Darüber hinaus kann das Fasziennetz des Körpers auch gezielt in Angriff genommen werden.

 

Neben eigens auf dieses ausgerichteten Übungen hilft dabei auch die Anwendung von Faszienrollen. Bei richtiger Benutzung ermöglichen die handlichen Schaumstoffrollen die Auflockerung des Gewebes und die punktuelle Massage betroffener oder belasteter Körperpartien. Die Durchblutung wird gefördert und der Nährstofftransport in den Lymphbahnen der Faszienstränge angeregt.